Literatur Fotografie: Grundlagen und Foto-Praxis

Auf dieser Seite stelle ich einige sehr empfehlenswerte Bücher rund ums Thema Scannen, Bildbearbeitung, Digitalfotografie, Kalibrierung und Farbmanagement vor. Das Auffinden sehr guter, leicht verständlicher Fachliteratur zu diesen Themen ist nicht ganz einfach, daher im Folgenden meine persönlichen Buchtipps jeweils mit meiner subjektiven Bewertung.

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Jedes Buch erhält von mir eine persönliche Bewertung von 0 bis 5 Sternen. Um eine 5-Sterne Bewertung zu erhalten muss ein Buch qualitativ hochwertig sein, gut verständliche, wertvolle Informationen enthalten und im Aufbau sehr gut und übersichtlich gegliedert sein. Ein 5-Sterne Buch heißt für mich, dass das stets griffbereit im Bücherregal steht.

Handbuch der Fotografie, Band 1-3

von Jost J. Marchesi, Verlag Photographie

empfehlenswert

Auf dem Literatur-Markt gibt es fast unzählige Bücher zum Thema Fotografieren. Wer ein Fachbuch zur Landschaftsfotografie sucht, der findet in fast jedem Verlagsprogramm ein oder mehrere Exemplare, die sich mit diesem praktischen Thema befassen. Auch wer ein Fachbuch zu einer bestimmten Photoshop®-Version oder zu einer bestimmten Digitalkamera sucht, hat eine große Auswahl an Titeln aus allen möglichen Verlagen. Wer jedoch ein Fachbuch mit theoretischen oder technischen Grundlagen der Fotografie sucht, der findet nur noch ganz wenige Titel auf dem Markt.

Viele Fachbücher, die sich mit den Grundlagen, der Technik und der Theorie des Fotografierens beschäftigen, sind vom Markt verschwunden, wurden nicht überarbeitet und neu aufgelegt. Der Grund ist wohl in einem Wandel des Fotografierens zu finden: Während früher Fotografieren nicht ganz einfach war, Fotografen ihr Handwerk in einer mehrjährigen Berufsausbildung gründlich gelernt haben und sich gute Fotografen auch durch ein breit gefächertes Grundlagen-Wissen auszeichneten, ist heute das Fotografieren im Digitalzeitalter erheblich einfacher geworden: Jedes Kind macht heute schon mit seinem Handy Digitalfotos, ohne jemals einen Hauch von Fotografie-Grundlagen gelernt zu haben; viele Dienstleister bezeichnen sich als Fotografen, obwohl sie niemals eine entsprechende Ausbildung gemacht haben; viele Amateure fotografieren mit sündhaft teuren Kameras und verlassen sich voll auf die Automatikmodi und Automatikeinstellungen, die moderne Kameras bieten.

Wer heute noch an Grundlagen der Fotografie interessiert ist, für den gibt es eigentlich nur noch ein Fachbuch auf dem Markt, nämlich DAS Handbuch der Fotografie von Jost J. Marchesi. Ich sage bewusst DAS Handbuch, denn ich kenne kein vergleichbares Fachbuch, das es in einer aktuellen Auflage noch gibt. Eigentlich sollte ich auch nicht DAS Handbuch sagen, sondern die Mehrzahl verwenden, denn es handelt sich um eine dreibändige Serie mit unterschiedlichen Themen. Geschrieben hat die drei Bücher ein Schweizer namens Jost J. Marchesi; er ist Dozent für Fotografie in Zürich. Fotografen aus vielen Ländern kennen ihn ob seiner zahlreichen Fachbücher und Fachartikel in vielen Zeitschriften.

Von den Erfahrungen des Autors als Dozent profitiert der Leser in jedem Kapitel der Bücher: Jost Marchesi versteht es wie kaum ein anderer, Inhalte so zu vermitteln, dass der Laie folgen und verstehen kann. Er erklärt elementare Dinge mit einfachen Worten, erklärt Zusammenhänge und weiß ganz genau, wo man die Theorie mit Bildern besser verstehen kann. Bilder machen die Bücher nicht nur bunt und lockerer, Jost J. Marchesi geht auf jedes Bild im Text ein, erklärt, was man im Bild sieht und was man daraus lernen kann. Egal ob es sich um selbst gezeichnete Grafiken oder um Produktbilder handelt, die Bücher sind voll gespickt mit Grafiken und Fotos, die einem das Lesen und Verstehen der Inhalte erheblich erleichtern.

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Zu den einzelnen Büchern: Der Band 1 besteht aus 3 Kapiteln, der Geschichte der Fotografie, chemischen Grundlagen sowie optischen Grundlagen. Das Kapitel über die geschichtliche Entwicklung der Fotografie liest sich schön und ist interessant für jeden, der gerne einen Blick in die Vergangenheit der letzten Jahrhunderte zurück wirft. Das zweite Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit chemischen und fotochemischen Grundlagen. Wer aus seinen Schulzeiten vergessen hat, wie Atome oder Moleküle aufgebaut sind oder wie chemische Verbindungen entstehen, der findet in diesem Kapitel die wichtigsten chemischen Grundlagen wieder. Aber natürlich hat dieses Kapitel ein Hauptziel, nämlich dem Leser die chemischen Grundlagen zu vermitteln, wie Filme aufgebaut sind und entwickelt werden. Dieses Kapitel ist im heutigen Digitalzeitalter nicht mehr so interessant.

Äußerst interessant ist aber das Kapitel über die Grundlagen der Optik; es nimmt auch zwei Drittel des ganzen Buches ein. Ich kenne kein Fachbuch, das optische Grundlagen besser vermittelt als dieses knapp 200 Seiten dicke Kapitel. Jost J. Marchesi beginnt mit ganz einfachen Grundlagen, nämlich der Ausbreitung von Licht und dringt dann immer tiefer in die physikalische Optik ein. Lichteffekte wie Reflexion, Brechung, Beugung oder Interferenz werden sehr ausführlich erklärt und mit zahlreichen Abbildungen visualisiert; da könnte sich so mancher Physik-Lehrer ein Beispiel nehmen. Wer wissen möchte, wie der Abbildungsmaßstab bei Linsen berechnet wird, was es mit der Schärfentiefe bei Objektiven auf sich hat, wie eine Blende funktioniert, was genau mit der Lichtstärke eines Objektives gemeint ist oder wie spezielle Objektive wie Konverter oder Teleobjektive aufgebaut sind, der findet hier ausführliche Antworten mit den zugehörigen physikalisch-optischen Erläuterungen. Während man also in heutiger Zeit auf das zweite, nur 70 Seiten lange Kapitel über chemische Grundlagen gut verzichten kann, sind die beiden Kapitel über die Fotografie-Geschichte und die Optik so hervorragend, dass ich zu Fazit komme, dass der Band 1 dieser Serie ins Bücherregal eines jeden Fotografen gehört, der an Grundlagen der Fotografie interessiert ist.

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Während der Band 1 über 300 Seiten hat, liegt der zweite Band knapp darunter. Der zweite Band richtet sich hauptsächlich an Berufsfotografen, die noch mit analoger Ausrüstung oder im Labor arbeiten. Das erste Kapitel ber Sensiometrie ist jedoch so interessant, dass es auch für jeden Digitalfotografen oder Scanner-Operator von grundlegender Bedeutung ist. Jost J. Marchesi erklärt detailliert die Grundlagen und Anwendung der Dichte-Messung von durchsichtigen und reflektierenden Vorlagen. Ich kenne kein anderes Fachbuch, das einem schwierige Begriffe wie Dichte oder Opazität so gut und verständlich nahe bringt, wie dieses. Jost J. Marchesi steigt tief in die Physik ein um die wichtigen Begriffe und Gesetzmäßigkeiten zu erläutern, zeigt aber auch, wie man Lichtdurchlässigkeit bzw. Lichtundurchlässigkeit in der Praxis misst.

4 Kapitel des zweiten Bandes beschäftigen sich mit analoger Filmtechnik. Jost J. Marchesi erläutert ausführlich wie Negativfilme oder Positivfilme aufgebaut sind und entwickelt werden. Dabei werden Themen wie Entwicklungsmethoden, Entwicklungsprozesse, verschiedene Bäder oder Vergrößerungstechniken behandelt. Mit solchen Themen richtet sich der Autor an Fachleute bzw. solche, die es gerne werden möchten, die viel mit analogem Filmmaterial arbeiten, gar selbst entwickeln oder in Fotofachlaboren tätig sind. Für den modernen Digitalfotografen wird es erst wieder in den letzten Kapiteln des zweiten Bandes interessant, wenn Gradationskurven oder verwandte Gebiete der Fotografie behandelt werden. Das hat zwar mit dem Fotografieren nicht direkt was zu tun sondern erweitert eher den technischen Horizont und Verstand des Lesers.

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Während sich der zweite Band also eher an Fotografen im Bereich der analogen Filmtechnik richtet, zielt der dritte Band mit seinen ca. 350 Seiten wieder auf den ambitionierten oder professionellen Fotografen ab, der Detailinformationen sucht. Der dritte Band beginnt mit einer kurzen Geschichte der Farbfotografie und beschäftigt sich dann auf 50 Seiten mit physikalischer Farbtheorie. In diesem ausführlichen Kapitel werden Grundlagen zur Zusammensetzung und Enstehung von Farbe erklärt, und die gängigsten Farbmodelle sowie deren Visualisierung wird ausführlich behandelt. Wer genau wissen möchte, wie das additive Farbmodell oder das CIE-Lab Farbsystem aufgebaut ist bzw. angewendet wird, der findet in diesem Kapitel ausführliche Beschreibungen mit vielen grafischen Visualisierungen.

In einem weiteren Kapitel wird auf das Thema Lichtquellen und Filtertechnik eingegangen. In diesem Kapitel werden wichtige Themen wie Farbtemperatur und Lichteigenschaften behandelt. Während sich weitere Kapitel über Farb-Sensiometrie, Farbumkehrtechnik, Farbnegativtechnik und Farbpositivtechnik wieder eher an den Analog-Fotografen richten, nimmt ungefähr ein Drittel des Buches ein ausführliches Kapitel zur Digitalfotografie ein. In diesem langen Kapitel werden Themen wie Sensoren von Digitalkameras, Filmscanner, Dateiformate, Grafikformate oder Farbräume behandelt. Auch Spezialthemen wie Farbmanagement oder Farbstichkorrektur im Bildbearbeitungsprogramm findet man in diesem Kapitel.

Wenn ich eingangs gesagt habe, dass es heutzutage kein anderes vergleichbares Buch über Grundlagen und Technik der Fotografie gibt, so gilt dies nicht für das Kapitel Digitalfotografie; hierzu gibt es eine Reihe von Fachbüchern unterschiedlicher Verlage. Dennoch sei auch hier erwähnt, dass es Jost J. Marchesi wie kaum ein anderer schafft, Inhalte so gezielt und ausführlich rüberzubringen, dass auch ein fotografischer Lehrling gut mitkommen und die Inhalte begreifen kann. Und auch in diesem Kapitel bleibt der Autor seinem Prinzip treu, die zugehörigen physikalischen Grundlagen zu erläutern. So bekommt man zum Beispiel auf mehreren Seiten ausführlich erklärt, wie ein CCD-Sensor funktioniert, angefangen vom einfachen Siliziumkristall über das Sperrverhalten einer Photodiode bis zum Auslesen der Bildinformationen pro Pixel.

Ich komme zum Fazit, dass das dreibändige Handbuch der Fotografie DAS Nachschlagewerk für analoge und digitale Fotografie ist, und zwar für Leute, die an technischen, theoretischen, chemischen und physikalischen Grundlagen der Fotografie interessiert sind. Für die exzellenten Inhalte gibt es 5 Sterne von mir.

Vom Autor Jost J. Marchesi gibt es übrigens auch das Photokollegium, ein 6-bändiges Lehrbuch mit quasi denselben Inhalten wie das hier beschriebene Handbuch der Fotografie. Das Photokollegium beschreibt die gleichen Inhalte noch ausführlicher und mit noch einfacheren Worten, da es als Lehrbuch fürs Selbststudium bzw. junge Fotografen in der Ausbildung konzipiert wurde.

Digitale Fotopraxis Landschaft & Natur (Galileo Design)

Erstklassiges Fachbuch für Leute, die das Fotografieren richtig lernen möchten

Top-EmpfehlungDas Fotografieren von Landschaften und Natur ist für jeden Fotografen eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Jeder Kamera-Besitzer hat in seinem Leben schon unzählige Aufnahmen in der Natur gemacht, sei es in seinem Garten, beim Sonntagsspaziergang, während eines Strandurlaubes oder gar bei einer Bergexpedition. Das Fotografieren von Landschaft und Natur scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, bei der man an der Kamera den Zoom einstellt und einfach abdrückt.

Aber wie fotografiert man Landschaften, Pflanzen und Tiere richtig? Wie stellt man ein Motiv richtig in Szene? Wie kommt man mit Wind und Sonne zurecht, oder besser, wie nutzt man Wind und Sonne, um lebendige, helle Aufnahmen zu machen? Das sind Fragen, die einen Fotografen und nicht den Urlaubsknipser beschäftigen. Der Autor Christian Schnalzger ist selbst Fotograf und erklärt auf ca. 250 Seiten, wie man in der Natur mit seiner Kamera und mit seinem Kamerazubehör umgeht, um erstklassige Fotos zu machen.

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Das Buch gliedert sich in ca. 20 Kapitel, die jeweils bestimmten Landschaften zugeordnet sind. So gibt es zum Beispiel Kapitel über Berge, Wälder, Wasser, Meer, Pflanzen, Tiere oder Vögel. Am Beispiel des Kapites "Wasser" möchte ich erklären, wie sehr einem dieses Buch hilft, erstklassige Wasser-Aufnahmen zu machen. Wer zum Beispiel einen Fluss fotografiert, hat auf dem Bild eine Momentaufnahme des Wassers und der Küste; von der Bewegung des Wassers ist jedoch auf dem Bild nichts zu sehen. Christian Schnalzger erklärt nun, wie man Bewegung ins Bild bringt, nämlich mit längeren Belichtungszeiten und kleinerer Blende. Da dem Fotografen bei diesen Einstellmöglichkeiten jedoch Grenzen gesetzt sind, wird der Effekt von Graufiltern verschiedener Stärke erläutert und der Effekt gezeigt. Wasser bedeutet jedoch nicht nur Bewegung, Wasser reflektiert auch Farben. Wie man Spiegelungen und Farbverläufe perfekt aufs Bild bringt wird genauso erklärt, wie eine bestimmte Wärme des Wassers verstärkt wird. Dabei wird zum Beispiel der Einsatz des Polfilters empfohlen.

Das Buch darf sich zurecht mit dem Titel "Digitale Fotopraxis" schmücken, denn das, was in dem Buch erklärt wird, ist äußerst praxisnah. Indem man die Beispiele mit den Erläuterungen selbst ausprobiert, lernt man das Fotografieren. Am Besten also, man liest sich ein Kapitel, z.B. das über Wälder, durch, packt dann seine Ausrüstung in den Kamerarucksack, und macht sich dann ab in den Wald, um die richtigen Einstellungen an der Kamera selbst zu machen und sein fotografisches Auge für gute Motive und Hintergründe zu trainieren. Es macht wirklich Spaß, auf diese Weise Schritt für Schritt eigene Erfahrungen zu machen. Der Boah-Effekt ist immer wieder verblüffend und motiviert weiter zu machen. Ich kann nur wiederholen, so lernt man das Fotografieren in der freien Natur, so lernt man mit seiner Kamera und seiner Ausrüstung umzugehen, so entwickelt man ein Auge für Motive, Licht und Schatten, Hintergründe, Besonderheiten und Blickwinkel.

Ich muss aber das Buch nicht nur wegen seines tollen Aufbaus, seiner guten Erklärungen und seiner exzellenten Praxisbezogenheit loben, sondern dieses Buch ist auch ein recht ansehnliches Bilderbuch mit fantastischen Landschaftsaufnahmen. Es gibt fast keine Seite ohne mindestens ein Bild. Es ist das reinste Vergnügen, das Buch einfach durchzublättern und die tollen Fotos zu bestaunen. Ach, könnte man doch nur selbst so gut fotografieren, denkt man immer wieder! Es sind übrigens nicht nur die Fotos qualitativ hochwertig, sondern auch das Buch selbst, das Papier und der Druck. Man könnte das Fachbuch also auch als hervorragenden Bildband bezeichnen.

Also von mir gibts eine ganz klare Empfehlung, sowohl an Leute, die erste Schritte mit ihrer Kamera machen und gerne etwas bessere Fotos machen möchten, als auch für fortgeschrittene Fotografen, die noch mehr aus ihrer Kameraausrüstung herausholen und ihr fotografisches Auge trainieren möchten. Ich selbst möchte dieses hervorragende Buch nicht mehr in meinem Bücherregal missen. Dieses Buch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.

Digitale Highend-Fotografie

Grundlagen und Werkzeuge der professionellen Digitalfotografie

sehr empfehlenswertWas für ein Titel für ein Fotografie-Fachbuch, "Highend-Fotografie"! Solch ein Titel klingt doch vielversprechend, nicht wahr? Dem einfachen Mann, der sich gerade im Elektronikmarkt seine erste Digitalkamera gekauft hat, wird beim Lesen der Inhaltsangabe schnell klar, dass dies nicht das richtige Buch für ihn ist. Nein, dieses Buch richtet sich an fortgeschrittene und professionelle Fotografen, z.B. Leute, die gerade ihre analoge Spiegelreflexkamera gegen eine digitale eintauschen und die wissen, dass der Umstieg von analog auf digital nicht einfach dadurch gemacht wird, dass man sein Kameragehäuse austauscht.

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Die Autoren Helmut Kraus und Romano Padeste erklären auf ca. 150 Seiten Grundlagen und Werkzeuge der digitalen Fotografie. Und solche Grundlagen beginnen nicht beim Drücken des Auslösers sondern bereits weit im Vorfeld: Ehe überhaupt einmal vom Fotografieren gesprochen wird, werden zunächst die Grundlagen von Licht und Farbe erläutert. Wichtige Elemente der Bildbearbeitung wie Farbräume und Farbmodelle werden ausführlich behandelt. Und selbstverständlich wird auch das so überaus wichtige Thema Farbmanagement angesprochen.

Ehe die Autoren dann auf verschiedene Kameratechniken eingehen, wird grundlegend erklärt, wie überhaupt das digitale Bild auf einem CCD-Sensor oder einem CMOS-Sensor entsteht. Mit diesen Grundlagen drückt man später ganz anders auf den Auslöser als vorher. Das für mich interessanteste Kapitel behandelt verschiedene Digitalkamera-Konzepte: Ausgehend von kompakten Digitalkameras über die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras werden auch Mittelformatkameras oder Fachkameras mit Digitalrückteil ausführlich erklärt. Auch wer niemals mit einer Fachkamera gearbeitet hat und diese Technik eher was fürs Museum hält, liest sehr gerne, welche Stör-Effekte man mit einer Fachkamera gleich bei der Aufnahme korrigieren kann und warum solche Museums-Kameras immer noch ihre Daseinsberechtigung haben.

In weiteren Kapiteln erfährt der Leser wichtige Elemente der Bildbearbeitung: Es werden verschiedene Dateiformate, Kompressionsverfahren, Korrekturverfahren etc. besprochen. Tonwertkurven und Gradationskurven werden gut anhand von Bildern erläutert. Und schließlich widmen die Autoren auch noch ein Kapiteln dem Ausdrucken und dem Proof-Prozess, also ehe fertige Bilder in den Druckprozess gelangen.

Das Buch glänzt durch ein hervorragendes Layout, zahlreiche Bilder und Illustrationen und einen abschließenden Praxisteil, in dem mehrere Agenturen aus aller Welt ihre Erfahrungen mit der Digitalfotografie präsentieren. Leider glänzt auch der Preis: 44€ sind eine stolze Summe für ein Buch mit 150 Seiten.

Schwarzweiß-Fotografie digital

sehr empfehlenswertSo mancher Hobby-Fotograf macht heute seine ersten Aufnahmen im Leben überhaupt mit einer modernen Digitalkamera; das Zeitalter der analogen Fotografie kennt er nur noch von der älteren Generation oder vom Hören-Sagen her. Für ihn ist ganz klar, dass die Digitalfotografie der Stand der Technik zum Aufnehmen von Bildern ist. Und für viele so Denkende ist auch die Schwarz-Weiß-Fotografie ein längst abgehaktes Kapitel der Anfänge der Fotografie, ausgestorben wie die letzten Schwarzweiß-Fernseher, die auf so manchem Speicher noch herumlungern. Der Buchtitel "Schwarzweiß-Fotografie digital" klingt für solche Ohren wie "HDTV-Fernsehen schwarz-weiß" oder "MP3-Musik auf Tonbändern".

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In der Tat machen 99,999% aller Fotografen heutzutage keine Schwarzweiß-Aufnahmen mehr, sondern lassen sich mit vollautomatischen Kameras prächtige Farbbilder per einfachen Auslöser fast ganz von alleine machen. Dennoch lebt die Schwarzweißfotografie immer noch, und im alltäglichen Leben begegnen uns öfters SW-Fotos als man glauben mag. So vermag zum Beispiel ein Farbfoto einen markanten Gesichtsausdruck nicht annähernd so deutlich wiederspiegeln wie dies ein sehr gutes Schwarzweißfoto kann. Schwarz-Weiß-Bilder bestechen nicht durch Farbenvielfalt sondern durch Kontrast. Und das Schwierige am Schießen eines S/W-Fotos ist, dass das Auge durch den Kamera-Sucher ein Farbfoto sieht und das Gehirn die Aufgabe hat, sich das zugehörige Schwarzweißfoto vorzustellen.

Die Autoren Reinhard Merz und Erich Baier gehen in ihrem über 200-seitigen Buch ausführlich auf moderne Schwarz-Weiß-Fotografie ein. Dabei versteifen sich die Autoren nicht auf moderne Digitalkameras sondern zeigen immer zwei Wege auf, wie man von der Aufnahme zum fertigen Bild kommt: Entweder von der Digitalkamera direkt ins Bildbearbeitungsprogramm oder von der Analogkamera über einen Filmscanner ins Bildbearbeitungsprogramm. Das Thema Digitalisieren und Bildbearbeiten von S/W-Bildern nimmt alleine über 100 Seiten des Buches ein. Ausführlich wird auf Photoshop® mit Bildbearbeitungsfunktionen wie Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Kanaltrennung, Scharfzeichnen etc. eingegangen.

Aber es handelt sich nicht um ein reines Buch zum Thema Bildverarbeitung; in einem Art Workshop lernt man schwarz-weiß zu fotografieren: Wie geht man mit Licht und Schatten um, was gibt es für unterschiedliche Lichtquellen, wie hebt man Motive hervor, wie gestaltet man Bilder mit Muster und Formen, was muss man beachten, wenn man Menschen oder Landschaften fotografiert u.s.w.

Abgerundet wird die ganze Thematik mit weiteren wichtigen Themen rund um die Digitalfotografie, z.B. Dateigrößen und Bildformate, Bildschirmkalibrierung und Druckerkalibrierung. Und schließlich behandelt ein eigenes Kapitel die Thematik wie man die fertigen Bilder zu Papier bringt: Unterschiedliche Druckervarianten, Tintensorten und Spezialpapiere werden beschrieben.

Fazit: Das Buch "Schwarzweiß-Fotografie digital" ist kein Buch, das der Otto-Normalverbraucher als Lektüre auf den Mallorca-Urlaub mitnimmt. Es ist vielmehr ein ausgezeichnetes Fachbuch, das professionelle Fotografen, und solche, die es werden wollen, als Fachlektüre hernehmen, um mit modernen Methoden der Digitalfotografie, Scan-Technik und Bildbearbeitung aussagekräftige Schwarz-Weiß-Fotos zu produzieren und zu optimieren.

Das dieses Fachbuch zu einem Renner wurde zeigt die Tatsache, dass bereits nach kurzer Zeit, nämlich zu Beginn des Jahres 2008, eine zweite Auflage herausgegeben wurde.

Fotografische Grundlagen

Lehrbuch für Gestaltung und Technik

empfehlenswertWer auf seiner Kamera nicht nur den Auslöser in der Programmautomatik drücken möchte, um Standard-Fotos zu schießen, der sollte sich mit den Grundlagen der Fotografie beschäftigen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die Lektüre dieses Fachbuches von Eib Eibelshäuser. Das 280-seitige Fachbuch richtet sich an junge Fotografen, die sich noch in der Ausbildung befinden, genauso wie an ambitionierte Hobby-Fotografen, die mehr aus ihrer Kamera herausholen möchten als Allerweltsaufnahmen.

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Das Buch gliedert sich in vier Hauptbereiche: Aufnahme, Lichtführung, Filmmaterial, Digitale Kamera. Es werden praktische alle wichtigen Fachbegriffe der Fotografie erläutert; so gibt es zum Beispiel lauter einzelne Kapitel zu wichtigen Themen wie Brennweite, Blende, Schärfentiefe oder Verschluss. Zu den wichtigen Begriffen werden zahlreiche technische Lösungen vorgestellt, eben wie unterschiedliche Kameras funktionieren und welchen Einfluss die Elemente auf das Bild haben. Zahlreiche Skizzen sind den jeweiligen Kapiteln beigefügt, allerdings wird im Text nicht immer klar auf die Skizzen eingegangen. Oftmals stehen die Skizzen nur einfach so unterhalb des Kapitels, ohne dass man damit konkret was anfangen kann. Leider handelt es sich auch nicht um moderne Computergrafiken sondern um eingescannte Handskizzen; das wirkt ein wenig altertümlich.

Das Buch ist jedoch mehr als ein reines Fachbuch zum Erlernen von Grundkenntnissen der Fotografie; es ist auch eine Demonstration fotografischen Könnens zahlreicher Fotografen. Das Buch liest sich deshalb sehr angenehm, weil auf den linken Seiten immer erklärender Text mit Skizzen steht, während die rechten Seiten mit Hochglanzfotos von interessanten Fotografien geschmückt sind. Man braucht das Buch gar nicht zu lesen, sondern einfach wie ein Bilderbuch durchzublättern, das ist ein reines Vergnügen. Die Bilder sind wirklich fantastisch, man bleibt manchmal minutenlang an einzelnen Aufnahmen hängen und bestaunt das fotografische Können, das dahinter steckt. Das motiviert natürlich zum Weiterlesen und Experimentieren, um es selbst zum Semiprofi zu schaffen.

Das Buch richtet sich mehr an den Praktiker als an den Theoretiker, es ist geeignet für Fotografen, die mehr über die Grundlagen und Aufnahmetechniken lernen möchten, ohne jedoch genaue theoretische Grundlagen zu erlernen. So werden Begriffe wie Blende, Brennweite oder Abbildungsmaßstab zwar erläutert, aber es werden keine physikalischen Zusammenhänge formelmäßig hergeleitet oder beschrieben. Wer also zum Beispiel genau wissen will, was die Blendenzahl formelmäßig bedeutet, für den ist dieses Fachbuch zu oberflächlich; wer aber wissen möchte, was hinter der Blendenzahl steckt und wie sie Aufnahmen beeinflusst, liegt mit dem Buch genau richtig.

Die große Fotoschule Digitale Fotografie

von Data Becker (Martin Zurmühle)

empfehlenswertIch habe lange die Titelverzeichnisse zahlreicher Fachbuch-Verlage durchstöbert bis ich endlich ein Buch wie dieses gefunden habe: Eine Fotoschule für digitale Fotografie, die nicht nur auf die Grundlagen und Möglichkeiten moderner Digitalkameras eingeht sondern auch fotografisches Grundwissen vermittelt. Viele Autoren moderner Foto-Bücher haben nämlich total vergessen, dass sich gewisse Grundlagen beim Fotografieren auch durch den Wechsel von der Analogfotografie zur Digitalfotografie nicht geändert haben, zum Beispiel die zugrunde leigenden optischen Gesetze, der Aufbau eines Objektives und natürlich die Bildgestaltung.

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Der Fotograf Martin Zurmühle führt auf ca. 450 Seiten den Anfänger in die Welt des Fotografierens ein. Und wenn ich eingangs sagte, dass ich lange nach einem Buch wie diesem gesucht habe, dann liegt das daran, dass ich fotografische Grundlagen wie optische Gesetze, Schäfentiefe, Unschärfekreis, Abbildungsfehler oder relative Lichtstärke fast nur noch in antiken Fotobüchern gut erklärt finde. Die meiste moderne Literatur geht auf die fotografischen Grundlagen kaum noch ein. Aber wie schön ist es doch, wenn man einmal anschaulich erklärt bekommt, wie Blende und Schärfentiefe zusammenhängen, was für Gesetze dahinter stecken und was für Möglichkeiten man damit hat als Fotograf. Das Studium der ersten 80 Seiten dieses Buches hilft einem in der Tat, grundlegende Zusammenhänge leicht zu erlernen. Leicht sage ich deshalb, weil sämtliche Theorie mit zahlreichen Grafiken und vielen Fotos gut veranschaulicht wird. Besonders hervorheben möchte ich die zahlreichen Bildaufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen. So kann auch der Laie sofort unterschiedliche Kameraeinstellungen und deren Auswirkung auf das Bild erkennen.

Zu einer Fotoschule gehört natürlich die ausführliche Erläuterung der wichtigsten Einstellparameter wie Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich und verschiedene Motivprogramme. Aber der Autor geht nicht nur auf Einstellmöglichkeiten ein, sondern gibt auch zahlreiche Tipps wie man mit seiner Kamera umgehen sollte. Von der Reinigung über den Schutz vor Staub und Feuchtigkeit bis zur Anwendung verschiedenster Zubehör-Teile erhält man in der Tat einen umfangreichen Fotokurs.

Apropos Fotokurs: Wer gute Bilder machen will, muss nicht nur seine Kamera und Zubehör bedienen können, sondern er muss auch wissen, wie man gute Fotos macht. Auf fast 200 Seiten gibt der Autor Tipps und Tricks wie man nicht nur Fotos sondern gute, aussagekräftige Bilder macht. Dabei gliedert Martin Zurmühle seine Erläuterungen in unterschiedliche Aufnahmesituationen bzw. Aufnahmemotive, z.B. Tierfotografie, Landschaftsfotografie, Aktfotografie Fotografieren von Gebäuden oder von bewegten Objekten. Die einzelnen Situationen werden jeweils auf ca. 10-20 Seiten beschrieben. Zahlreiche erstklassige Fotos veranschaulichen einem die im Text beschriebenen Erläuterungen, so dass man vieles direkt in die Praxis umsetzen kann. Am Besten erlernt man das Fotografieren, indem man sich ähnliche Bildmotive wie in den einzelnen Kapiteln sucht und dann mit verschiedenen Einstellungen experimentiert.

Natürlich darf in einer modernen Fotoschule der Digitalfotografie das Kapitel Bildbearbeitung sowie Auslichtung und Ausdruck nicht fehlen. Auch in diesem Bereichen werden Grundlagen vermittelt, allerdings gibt es dazu eigene Fachliteratur mit ausführlicheren Beschreibungen.

Fazit: Von meiner Seite aus gibts eine ganz klare Empfehleung für dieses hervorragende Buch. Ein Fotografie-Anfänger, der dieses Buch Seite für Seite durcharbeitet darf sich hinterher getrost semiprofessioneller Fotograf nennen, vorausgesetzt natürlich man überfliegt die Seiten nicht nur sondern verinnerlicht sich wirklich Kapitel für Kapitel.

Reinhard Merz: Fotografieren im Ministudio

Kleine Schätze ins rechte Licht rücken

empfehlenswert

Je mehr Produkte übers Internet verkauft werden desto wichtiger werden Produktaufnahmen, denn bekanntlich wird ein Produkt nicht nur verkauft, wenn es gut und nützlich ist, sondern auch wenn es gut präsentiert und dem Kunden schmackhaft gemacht wird. Reinhard Merz hat ein Buch geschrieben, bei dem es genau um dieses Thema geht. Er adressiert jedoch nicht professionelle Fotografen mit eigenen Studios sondern vielmehr semiprofessionelle Fotografen, Shop-Betreiber und einfache Leute, die ohne viel Aufwand und teure Investitionen gute Produktfotos machen möchten.

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Reinhard Merz zeigt, welche Kameras für Produktaufnahmen geeignet sind und gibt einen kompakten Überblick über einfaches Studioequipment, das man für gute Hintergründe und gute Beleuchtungen braucht. Gut ist dabei, dass keineswegs ausschließlich teures Fotozubehör angepriesen wird; vielmehr gibt der Autor Tipps, wie man mit einfachen Mitteln (z.B. Lampen aus IKEA) sein eigenes kleines Fotostudio aufbauen kann. Dabei fand ich besonders interessant, welch einfache Möglichkeiten es bereits auf dem Markt gibt, von fertigen Out-of-the-box-Lösungen bis zu einzelnen Lichtquellen, Hintergrundmaterial, Kleinkram etc. Auch werden Komplettlösungen verschiedener Hersteller in ihrer Handhabung, im Aufbau und im täglichen Einsatz gut beschrieben.

Nach einigen grundlegenden Kapiteln werden spezielle Anwendungen im Detail beschrieben, zum Beispiel wie man Spielzeug fotografiert, wie man gute Aufnahmen von Uhren oder Schmuck macht, wie man technische Geräte und deren Design hervorhebt und natürlich auch wie man Speisen und Getränke schmackhaft zu Bilde bringt. Die gezeigten Lösungen sind leicht verständlich und für jedermann leicht reproduzierbar.

Wer benötigt ein kleines Fachbuch wie dieses? Der Privatmann, der einmal pro Woche alten Kram bei ebay versteigert, braucht sicher keine Anleitung für sehr gute Produktfotos. Kommerzielle Händler, die einen Online-Shop betreiben und nicht alleine auf Hersteller-Fotos zurückgreifen möchten, können mit diesem Buch viel dazu lernen. Es ist kompakt und leicht verständlich, auch gut zum Nachschlagen geeignet. Einzige Kritik meinerseits, und das ist auch der Grund weshalb ich anstatt 4 nur 3 Sterne vergebe, ist der mi 24 Euro viel zu hohe Preis für ein Buch mit nicht einmal 100 Seiten. Wer jedoch im Internet Produkte verkauft und nach Lektüre dieses Fachbuches bessere, ansprechendere Produktfotos erstellt, hat die Kosten schnell wieder reingeholt.

Torsten Andreas Hoffmann: Die Kunst der Schwarzweißfotografie

Eine Schule der Bildgestaltung im digitalen Zeitalter

empfehlenswert

Schwarzweißfotografieren war im vergangenen Jahrhundert ein edles Hobby, das echten Fotofreaks vorbehalten war. Eigene Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu machen, die Filme im eigenen Kellerlabor selbst zu entwickeln und eigene Abzüge zu machen, das war ein angesehenes Hobby, das Fotografier-Laien Bewunderung entlockte. Heute im digitalen Fotozeitalter hat die Schwarzweißfotografie in der Allgemeinheit an Bedeutung verloren. In vieler Munde wird die Schwarzweißfotografie sogar als veraltet angesehen, nur noch einige Profifotografen erstellen S/W-Bilder.

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Und dennoch steht so mancher Hobby-Fotograf bei Fotoausstellungen manchmal ganz ehrfürchtig vor ausdrucksstarken Schwarzweißfotos namhafter Fotografen oder Fotokünstler. Und beim Begriff "ausdrucksstark" sind wir beim Thema der Bildgestaltung angelangt, das das hier beschriebene Fachbuch als Hauptthema hat. Ein Schwarzweißbild ist mit modernen Digitalkameras schnell gemacht. Aber um ein ausdrucksstarkes, gestaltungsvolles Foto zu machen, dazu bedarf es einiges an Wissen und Kunst. An dieser Stelle setzt der Autor Torsten Andreas Hoffmann an: Das vorliegende Fachbuch ist eine Art Lehrbuch der Schwarzweißfotografie im digitalen Zeitalter.

Im ersten Teil des Buches geht der Autor auf technische Voraussetzungen ein: Die Wahl einer guten Digitalkamera wird ebenso angesprochen wie das Theme RAW-Fotografie sowie der Einsatz von optischen und digitalen Filtern. Im zweiten Teil des Buches geht der Autor ausführlich auf unterschiedliche Themen der Bildgestaltung ein, z.B. Stimmungen, Street Photography, Landschaftsfotografie, Architekturaufnahmen, Abstraktionien, surreale Fotografie, Panoramafotografie, Menschen u.s.w. Erklärt wird der Sachverhalt anhand zahlreiche großer Fotos. Es gibt praktisch keine Seite im Buch, das keine Abbildungen enthält. Leider sind die Abbildungen nur mit einer fotlaufenden Nummer beschriftet; eine kurze Beschreibung wäre manchmal hilfreich, um eine schnelle Erklärung zu finden. Diese ist immer im ausführlichen Textteil enthalten.

Der dritte Teil des Buches behandelt Bildkompositionen und damit verbundene Techniken. Auf Themen wie den Goldenen Schnitt wird ebenso eingegangen wie auf Perspektiven, Bildspannungen, Störpunkte, Formenspiele oder wiederkehrende Bildelemente. Beim Lesen des Buches muss man immer wieder anhalten, sich Gedanken machen, zurück blättern, Bildelemente finden und verstehen. Klar ist also, dass man die Kunst der Schwarzweißfotografie nicht abends vor dem Schlafengehen als Bettlektüre erlernt sondern dass man wirklich Gehirnschmalz investieren und eigene Übungen machen muss. Übungen betreffen hauptsächlich die Aufnahmen verschiedener Motive, aber auch die digitale Bildbearbeitung, die im vierten Teil des Buches angesprochen wird.

Fazit: Wer im digitalen Fotozeitalter schwarzweiß fotografieren möchte, der findet in diesem Fachbuch vom dpunkt.verlag ein hervorragendes Kompendium mit gut verständlichen Beispielen und viel Material zum Üben und selber Nachmachen. Wer wirklich schwarzweiß fotografiert, wird an diesem Buch lange Zeit Freude haben und immer wieder Neues entdecken.

Eib Eibelshäuser: Fotografische Landschaften

Ein Lehrbuch für die Bildgestaltung

empfehlenswert

Das Fotgrafiefachbuch mit dem Titel Fotografische Landschaften vom Autor Eib Eibelshäuser behandelt die gestalterischen Aspekte der Fotografie und richtet sich an fortgeschrittene Fotografen oder an Fotografen, die sich noch in der Ausbildung befinden. In diesem Buch geht es nicht um Kameratechnik und Kamerazubehör sondern es geht rein um das Thema Bildgestaltung im Bereich der Landschaftsfotografie.

Dass es sich bei diesem Fachbuch eher um ein Lehrbuch handelt merkt man schnell, wenn man sich einzelne Kapitel anschaut: Hier wird mit Skizzen und Referenzen gearbeitet, wie man es von einem Lehrbuch eben kennt. Alle Bilder sind eindeutig nummeriert, so dass sich im Text leicht darauf referenzieren lässt. Das erinnert mich an meine Studienzeiten.

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Eib Eibelshäuser gliedert sein Fachbuch in vier Hauptkapitel, die jeweils den Titel einer Jahreszeit erhalten. Für jede Jahreszeit werden typische Szenerien beschrieben wie zum Beispiel Blätter und Laub im Herbst. Aber es gibt auch Szenarien, die in jedes Hauptkapitel reinpassen, zum Beispiel das beliebte Motiv eines Sonnenunterganges. Wer als Hobby-Fotograf schon den einen oder anderen Sonnenuntergang fotografiert hat, wird staunen, wie man einen Sonnenuntergang im Frühjahr ganz anders sehen und fotografieren kann als im Sommer.

Das Buch besteht - wie es sich für ein Fotografielehrbuch gehört - hauptsächlich aus Bildern. Der Text ist eher knapp gehalten und dient zur Beschreibung der Bilder. Viele Bilder sind auf einer Doppelseite mehrfache gezeigt, zum Beispiel ein Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten oder mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Immer wieder kringelt der Autor bestimmte Elemente in einem Bild ein oder skizziert die charakteristischen Linien in einem Bild, damit man die gestalterischen Überlegungen nachvollziehen kann. Vor den 4 Jahreszeiten-Hauptkapiteln gibt es übrigens auf ca. 20 Seiten eine Einführung in die Theorie der Bildgestaltung indem wichtige Begriffe aus den Bereichen der Wahrnehmung, Bildfindung, Linienführung und Proportionen erläutert werden.

Das Fachbuch Fotografische Landschaften ist ein richtiges Lehrbuch für Fotografen bzw. für Leute, die professioneller Fotograf werden wollen. Man kann das Buch nicht einfach lesen, man muss es studieren, indem man sich hin und wieder ein einzelnes Kapitel zu Gemüte führt und dann raus geht in die Natur, um selbst zu probieren und experimentieren. Grundbegriffe der Kameratechnik sowie die Bedienung der Kamera mit verschiedenen Blenden- und Belichtungs-Einstellungen sollte man jedoch beherrschen, um tief in die Bildgestaltung einsteigen zu können.

Martin Schwabe: Das Kamerahandbuch Canon EOS 40D

Die perfekte Bedienungsanleitung für die Kamera

empfehlenswert

Im Oktober 2008, als ich nun schon fast zwei Jahre stolzer und zufriedener Besitzer einer Canon EOS 40D Spiegelreflexkamera bin, und die Firma Canon bereits das Nachfolgemodell EOS 50D auf den Markt gebracht hat, habe ich endlich die perfekte Bedienungsanleitung für meine Kamera gefunden, nämlich das Kamerahandbuch für die EOS 40D vom GalileoDesign-Verlag.

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Ein Fachbuch muss ganz schön gut sein, wenn ich es als perfekte Bedienungsanleitung bezeichne. Es ist aber nicht nur eine Bedienungsanleitung für die Kamera sondern viel mehr. Der Autor Martin Schwabe erklärt grundlegende Features der Kamera und zeigt über die normale Bedienung hinaus, wie man mit der Kamera gute Bilder macht. Dazu gehören Themen wie Bildgestaltung oder Aufnahmetechniken. Und der Autor geht auch auf über 60 Seiten auf Zubehör, speziell Objektive ein. Fast jedes Canon-Objektiv wird vorgestellt und kurz beschrieben, aber auch passende Objektive von Fremdherstellern werden vorgestellt. Das ist also mehr eine Kaufberatung, die man auch Jahre nach dem Kamerakauf gut gebrauchen kann. Gleiches gilt für Zubehör wie Stative, Filter, Blitzgeräte oder Speicherkarten.

Aber zurück zum Thema Bedienungsanleitung: Wer die Original-Canon-Bedienungsanleitung hernimmt, wird nicht wirklich schlau. Ein kleines Büchlein mit klein geschriebenem Text erklärt einem zwar wie man verschiedene Autofokus-Modi einstellt, was aber genau ein "One Shot" Autofokus oder ein "Al Servo" Autofokus ist und wie man ihn einsetzt, das wird in diesem Kamerahandbuch genau ersichtlich. Gleiches gilt für ähnlich komplizierte Themen wie unterschiedliche Belichtungsmessmethoden. Ganz besonders schätze ich, dass die Individualfunktionen, für die sich die EOS 40D ja auszeichnet, ausführlich beschrieben sind, und zwar nicht nur, was man mit den einzelnen Funktionen einschalten kann sondern auch was genau dahinter steckt.

Martin Schwabe erklärt also nicht nur die Bedienung der Kamera sondern bringt dem Leser auch Kameratechnik und Fotografiertechnik bei, ohne allzu sehr ins Detail abzudriften. Die Informationen sind gut geschrieben, so dass sie auch ein Neuling der Fotografie gut verstehen und nachvollziehen kann. Abgerundet wird der hervorragende Informationsgehalt des Buches durch zahlreiche Bilder und Grafiken, sowohl von der Kamera, den Kamera-Einstellmenüs und Kamerafunktionen als auch mit Fotografien von Landschaften oder Personen.

Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für dieses Buch, und zwar für jeden Canon EOS 40D Besitzer, egal ob Anfänger oder Profi. Mit diesem Buch im Bücherregal kann man auf das spärliche Canon-Originalhandbuch getrost verzichten.

Martin Zurmühle: Digitale Fotopraxis Aktfotografie

inklusive Nachbearbeitung in Photoshop®

empfehlenswertMartin Zurmühle, den ich dank seiner vielfältigen Tätigkeiten schon fast als Allround-Genie bezeichnen möchte, trumpft mit einem neuen Fachbuch zur Fotografie auf. Dieses Mal geht es jedoch nicht um fotografische Grundlagen sondern um die Königsdisziplin der Fotografie, nämlich der Aktfotografie.

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Martin Zurmühle hat in einem fast 400 Seiten dicken Fachbuch das Thema Aktfotografie komplett zusammengefasst. Das Buch richtet sich sowohl an Fotografen, die erste Gehversuche in diesem Spezialgebiet machen möchten, als auch an erfahrene Fotoprofis, die ihr Wissen vertiefen und ihre Möglichkeiten erweitern möchten.

Besonders der Einsteiger findet in diesem Buch sehr viele wichtige Informationen, die man genauestens studieren sollte, ehe man sich an das erste Shooting heranwagt. Martin Zurmühle erklärt nicht nur, welche Ausrüstung und welches Zubehör man zum Fotografieren im Studio oder in freier Natur braucht, sondern er gibt auch wertvolle Tipps, wie man überhaupt an ein Model herankommt, ohne gleich ein Vermögen dafür bezahlen zu müssen. Er klärt auch rechtliche Fragen rund ums Thema Personen-Bild, und - ganz wichtig - er erklärt, worauf es bei einem Vertrag zwischen Fotograf und Model bzw. zwischen drei Parteien, falls noch ein Auftraggeber hinzukommt, ankommt.

Fortgeschrittene Fotografen werden sich hauptsächlich an einem ca. 50 Seiten dicken Kapitel rund um das Thema Bildgestaltung erfreuen. Hier werden Gestaltungsregeln und Stilmittel erklärt, welchen Einfluss die Perspektive oder die Schärfentief hat oder welche Effekte man mit Schwarzweiß-Aufnahmen erzielen kann. Ein ebenso großes Kapitel dient dem Thema Bildbearbeitung in Photoshop®. Schließlich gehört die anschließende Bildbearbeitung genauso zum Thema Aktfotografie wie das eigentliche Foto-Shooting.

Das Buch "Digitale Fotopraxis Aktfotografie" ist natürlich nicht nur eine trockene Lektüre, sondern auch ein schönes Bilderbuch mit Hunderten von Bildern/Fotos in unterschiedlichen Aufnahmesituationen. Wer ein Exemplar des Buches zum ersten Mal in der Hand hat, blättert einfach mal durch und staunt. Abbildungen gibt es aber nicht nur in Form von Fotos, sondern auch als Grafiken zur Veranschaulichung von Sachthemen und Benutzerdialogen aus Photoshop®. Abgerundet wird das hervorragende Buch durch eine DVD mit Beispielbildern und Testversionen.

Das Praxisbuch zur Aktfotografie ist kein Buch, das man einfach mal schnell durchliest. Man muss es durcharbeiten bzw. sich immer wieder ein Teilkapitel zu Gemüte führen und anschließend ausprobieren bzw. darüber nachdenken. Mit ca. 50 Euro bezahlt man zwar einen stolzen Preis, dafür hat man aber lange was davon.

Fotografie und Recht

Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis

empfehlenswert

Fotografie und Recht ist ein Thema, das in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kann doch heute fast ein jeder ein Fotostudio eröffnen und fotografische Dienstleistungen anbieten, Fotoaufnahmen machen und ins Internet stellen, eigene Fotos verbreiten und veröffentlichen. Viele Privatleute und Professionals kommen mit dem Thema Fotografie und Recht erst dann in Berührung, wenn eine Abmahnung oder eine Klage im Hause steht. Grund genug für fast jedermann, sich mit dem Thema etwas zu beschäftigen.

Die Autoren Daniel Kötz und Jens Brüggemann haben ein ca. 200 Seiten dickes Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Ersterer ist Anwalt, zweiterer professioneller Fotograf - eine gelungene Mischung aus Rechtserfahrung und Erfahrung aus der Fotografie-Praxis. Das Buch ist in 4 Hauptkapitel gegliedert, wobei die Unterkapitel als "Fälle" bezeichnet werden. Diese Gliederung wird dem Untertitel des Buches "Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis" gerecht und es wird klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein klassisches Lehrbuch handelt sondern um ein Praxisbuch zum Nachschlagen und Recherchieren.

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Ich habe das Buch komplett durchgelesen, weil mich einfach jeder Fall interessiert hat. Auch wenn ich selbst noch nie einen Prominenten oder Politiker fotografiert und ein Bild in einer Tageszeitung veröffentlicht habe, fand ich es sehr interessant zu lesen, was ein Fotograf darf, was dem öffentlichen Interesse dient und was zum Privatleben eines Schauspielers gehört.

Wer das Buch nicht von vorne bis hinten durchliest, findet im Inhaltsverzeichnis schnell einzelne Fälle, die für ihn von Wichtigkeit sind. Ein Fotograf, der mit einem Model ein TFP-Shooting vorhat, findet die rechtlichen Informationen und ein Vertragsmuster dazu. Ein Fotograf, der für eine Firma Werbefotos gemacht hat, findet die Informationen, ob er diese für seine eigene Homepage verwenden darf oder nicht. Ein Fotograf, der auf einer Hochzeit fotografiert hat, lernt ob er die Originaldateien herausgeben muss oder nicht.

Und anhand dieses Beispieles wird auch schon klar, dass sich dieses Buch auch an einfache Privatleute lehnt, die nicht mit Fotos ihr Geld verdienen. So werden Fälle behandelt, ob man ein Recht hat, Originalmaterial von einem Fotografen zu bekommen, ob man ein bezahltes Portrait-Bild von einem selbst im Internet veröffentlichen darf oder nicht und was es für Folgen haben kann, wenn man für seine private Homepage Bilder eines Fotografen oder einer Agentur verwendet.

Das Buch wurde von einem Anwalt und von einem Fotografen geschrieben. Die Fälle sind anschaulich und leicht verständlich beschrieben - hier merkt man dass ein Fotograf dahinter steckt. Wenn ein Anwalt ähnliche Inhalte beschreibt ist es für einen Normalmann oft zu rechtsspezifisch. In den einzelnen Fällen werden zwar Referenzen zu jeweiligen Urteilen oder zu entsprechenden Paragraphen im Urheberrechtsgesetz aufgezeigt, die eigentliche Beschreibung erfolgt jedoch in der Sprache eines Nichtjuristen.

Das Buch ist einfach nur gut und hilfreich. Es gehört ins Bücherregal eines jeden Fotografen, der mit Fotos Geld verdient. Was man auch immer gerade vor hat, man findet Informationen dazu: Darf man in einem Hotelzimmer einfach fotografieren und Aufnahmen veröffentlichen? Darf man ein Gebäude von einer Leiter aus fotografieren und das Bild veröffentlichen? Darf auf einer Szenen-Aufnahme ein Markenprodukt enthalten sein? Darf das Gesicht eines Models mit Photoshop® retuschiert werden? Wie geht man vor, wenn jemand ein Foto klaut und veröffentlicht? Wie beweist man, dass man selbst der Urheber eines Fotos ist? Darf man auf seiner Webseite zu anderen Bildern einen Link setzen? U.s.w.

Dieses Fachbuch bietet wirklich wichtige Informationen anschaulich wiedergegeben und leicht auffindbar. Komplettiert werden die zahlreichen Fälle durch Anhänge, in denen zum Beispiel das Urhheberrechtsgesetz nach Paragraphen sortiert beschrieben wird. Ich betone "beschrieben", es wird also nicht wörtlich in der Juristensprache abgedruckt, sondern in der Sprache eines Fotografen beschrieben. Somit gewinnt man mal einen Überblick wie so ein Gesetzeswerk aufgebaut und gegliedert ist.

Reinhard Eisele: Reisefotografie

Praxiswissen eines weit gereisten Profis

empfehlenswert

Reisefotografie ist ein Thema, das irgendwie jeden betrifft. Schließlich werden die meisten Fotos gerade auf Reisen gemacht; schließlich besitzen viele Leute nur deswegen eine Kamera, damit sie auf ihren Reisen Erinnerungsfotos schießen können. Reisefotografie wird vom blutigsten Fotografie-Amateur bis zum absoluten Vollprofi-Fotografen betrieben, mit unterschiedlichem Aufwand, mit unterschiedlichen Ansprüchen und mit ganz unterschiedlicher Kameraausrüstung.

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Reinhard Eisele gehört zur Gruppe der Profi-Fotografen, der Bilder in namhaften Zeitschriften und Magazinen wie Merian, GEO oder National Geographic veröffentlicht. Er macht auf seinen Reisen (fast) keine Schnappschüsse sondern gezielte Aufnahmen gemäß seinen persönlichen Wunschvorstellungen. In seinem Buch Reisefotografie gibt er auf fast 150 Seiten sein Wissen weiter und zeigt Hunderte faszinierender Fotos aus allen Teilen der Erde.

Die ersten 4 Kapitel behandeln fotografische Grundlagen von der notwendigen Ausrüstung über Reisevorbereitungs-Tipps, Technische Grundlagen bis zur Bildgestaltung, also eher Standard-Informationen, die in vielen anderen Fotografie-Büchern ebenfalls zu finden sind. Erst die Kapitel 6 bis 9 behandeln das eigentliche Thema Reisefotografie, nämlich die Landschaftsfotografie, Städtefotografie, Menschen-Fotografie und Luftbildfotografie.

Reinhard Eisele gibt zahlreiche Tipps wie man bestimmte Bildeffekte erzielt, wie man mit gewissen Wettersituationen umgeht, welches Objektiv man für eine bestimmte Aufnahme am besten hernimmt, oder wie man in schwierigen Lichtsituationen eine optimale Belichtung einstellt. Beim Lesen der einzelnen Kapitel findet man viele "Standard-Tipps", die man einfach in jedem Fotografie-Buch oder auch in Fotozeitschriften immer wieder liest; die wirklichen Geheimtipps des Autors muss man sich vielmehr herauspicken. Beim Lesen des Buches ging es mir bei vielen Teilkapiteln so, dass ich nach 1-2 Absätzen zum nächsten Teilkapitel weiter gesprungen bin, weil mir der Inhalt klar war bzw. weil mir die Technik bekannt war. Manch anderes Teilkapitel musste ich jedoch zwei oder drei Mal lesen, um mir einen Sachverhalt klar zu machen und etwas daraus zu lernen.

Das Buch hat 150 Seiten und kostet stolze 32 €, für meinen Geschmack etwas zu teuer, zumal sich eigentlich nur 70 Seiten (ohne die Grundlagen-Kapitel) dem eigentlichen Thema widmen. Ein solches Buch kann man sich auch in der Bibliothek ausleihen und sich an einem gemütlichen Sonntag Nachmittag in Ruhe zu Gemüte führen. Wer jedoch Freude und Interesse an faszinierenden Fotos aus aller Welt hat, der sollte sich diesen Titel ins Bücherregal stellen, denn auch wer keine Zeile des Buches lesen mag hat eine Riesenfreude alleine schon beim Durchblättern und Betrachten der zahlreichen Fotos. Man lernt Landschaften kennen, von denen man noch nie etwas gehört hat, man entdeckt Reiseziele, wo man unbedingt hin möchte und man findet Aufnahmen von Orten, wo man selbst schon war, die man aber so nie selbst erlebt hat. An den Fotos merkt man einfach, dass ein Vollprofi das Buch geschrieben bzw. die Aufnahmen gemacht hat.

Jürgen Gulbins: Grundkurs Digital Fotografieren

Ein Fachbuch für Neulinge und ambitionierte Hobby-Fotografen

sehr empfehlenswertDas Fachbuch "Grundkurs Digital Fotografieren" mit dem Untertitel "Kameratechnik, Bildkomposition, Bildbearbeitung, Bildverwaltung" vom Autor Jürgen Gulbins gibt wie der Name schon sagt eine Einführung in die Digitalfotografie mit damit verbundenen Themen wie Bildbearbeitung, Archivierung oder Bild-Digitalisierung. Es richtet sich sowohl an Einsteiger in die Digitalfotografie als auch an Umsteiger, die nach Aufgabe der anlogen ihre ersten Schritte in der digitalen Welt machen, als auch an Fortgeschrittene, die zwar schon auf allen Gebieten der Digitalfotografie erste Erfahrungen gesammelt haben jedoch noch tiefergehende Informationen und Hintegründe/Technische Erläuterungen wissen möchten.

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Wer schon seit Längerem analog fotografiert und vor dem Umstieg in die digitale Welt steht, fährt mit diesem Buch genau richtig und zwar schon vor dem Kauf von neuer Ausrüstung. Jürgen Gulbins erklärt nämlich zunächst einmal ausführlich, was es für unterschiedliche Digitalkameras gibt, was es bei Bildsensoren für Besonderheiten und Vor-/Nachteile gibt, welches Zubehör man benötigt (z.B. Speicherkarten, Blenden, Filter, Reinigungssets) u.s.w. Wer die ersten 40 Seiten dieses Buches liest, tut sich mit dem Kamera- und Zubehör-Kauf viel einfacher als derjenige, der nur nach Leistungsdaten und Herstellerangaben einkauft.

Nachdem die Kameraausrüstung da ist, gehts ran ans Fotografieren. Zunächst werden einige allgemeine Tipps gegeben, z.B. wie man die Kamera am Besten hält, um Verwackelungen zu vermeiden. Dann gehts an unterschiedliche Szenarien, z.B. wie man Portraits oder Personengruppen bestens in Szene setzt, wie man Landschaften, Pflanzen oder Tiere fotografiert, was bei Nacht oder beim Sport zu beachten ist u.s.w. Dabei erklärt der Autor grundlegende Einstellungen, die an der Kamera gemacht werden müssen, aber auch gibt er Tipps, was man bei der Motivwahl oder bei der Hintergrundauswahl beachten muss. So lernt man Schritt für Schritt das Fotografieren, egal ob mit einer professionellen Spiegelreflexkamera oder mit einer Kompaktkamera.

Während zu analogen Zeiten nach dem Fotografieren das Entwickeln und Archivieren der Filme folgte, gibt es in der Digitalfotografie noch einen neuen Schritt, nämlich die Bildbearbeitung am Rechner. Das Buch widmet diesem umfangreichen Thema fast 100 Seiten. Dabei fängt der Autor von ganz vorne an und erklärt erst mal Grundlagen von digitalen Bildformaten, um dann einzelne Bearbeitungsfunktionen näher zu erläutern. Erklärt werden sowohl einfache Techniken der Bildbearbeitung wie Aufhellen oder kontrastreicher machen, aber auch komplexere Themen wie Retuschieren, Ebenenbearbeitung oder Unscharf Maskieren. Dabei geht es im Wesentlichen um Photoshop®-Funktionen, dem gängigsten Bildbearbeitungsprogramm auf dem Markt.

Schließlich befasst sich ein letztes Kapitel um das Thema "Erfassen, Verwalten, Archivieren, Drucken, Präsentieren". Dabei wird auch das Thema Scannen von analogem Filmmaterial angesprochen, denn damit beschäftigt sich jeder Umsteiger auf Digital früher oder später. Ganz wichtig ist das Thema Archivierung, denn auf dem Rechner sammeln sich im Laufe der Jahre unzählige Bilder, die man sowohl gut sichern muss als auch schnell wiederfinden möchte.

Dieses Buch bietet wirklich genau das, was der Titel verspricht, nämlich einen sehr guten Grundkurs in die Digitalfotografie. Wer dieses Buch durcharbeitet und sich die Techniken beim Fotografieren, in der Bildbearbeitung und in der Archivierung aneignet, darf sich stolz als Fortgeschrittener bezeichnen. Dieses Buch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.

George Barr: Besser Fotografieren

Die hohe Schule der kreativen Fotografie

empfehlenswert

Wer sich ein Klavier kauft kann eine Tonleiter oder "Alle meine Entchen" spielen ohne auch nur eine Klavierstunde zu nehmen. Mit musikalischer Kunst hat das einfache Geklimper natürlich nichts zu tun. Gleiches gilt bei einer modernen Einsteiger-Digitalkamera: Man braucht nicht eine Fotolehrstunde zu nehmen um Tausende von Fotos zu machen. Fotokunstwerke sind solche Schnappschüsse jedoch noch lange nicht. Was ist überhaupt Kunst im Fotografiebereich? Was zeichnet ein weltberühmtes Foto aus? Wie erkennt man es, was kann man daraus ablesen, wie kann man selbst dahin kommen?

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George Barr bezeichnet sein Fachbuch mit dem Untertitel "Die hohe Schule der kreativen Fotografie". Dieses Fotografierbuch erklärt also nicht dem Einsteiger, was der Unterschied zwischen Programmautomatik und Zeitautomatik ist, und auch der fortgeschrittene Fotograf lernt hier nicht, was Schärfentiefe oder Abblenden bedeutet. Nein, dieses Buch richtet sich an Fotografen, die zwar mit der Kamera, den möglichen Einstellungen und dem Zubehör umgehen können, aber an ihrer Kreativität arbeiten möchten, um bessere, einmaligere Aufnahmen zu machen.

George Barr beginnt sein Buch mit einem Kapitel namens "Sehen". Auf über 30 Seiten geht es erst einmal darum zu lernen, was man in einem fertigen Bild alles erkennen kann. Der Autor bringt zahlreiche Beispiele aus seinem Repertoir und beschreibt, was er in den Bildern alles sieht. Es ist faszinierend, nach welchen Gesichtspunkten man ein Bild beurteilen kann, was man aus einem guten Foto alles herauslesen kann. Es ist quasi die erste Übung, um erst einmal ein gutes Foto beurteilen zu können, ehe man sich selbst ans Werk macht.

Das Buch liest sich sehr angenehm, da der Autor den Leser direkt addressiert. Er richtet sich an den Leser wie ein alter Lehrmeister, der zu seinem Schüler spricht. Dabei spart er nicht an eigenen Gedanken und Interpretationen. Erst im zweiten Kapitel geht man quasi selbst ans Werk und erarbeitet sich einzelne Szenen. Wer dieses Kapitel liest versteht vielleicht zum ersten Mal, warum ein Hobbyfotograf aus einem einwöchigen Urlaub 500 Fotos mit nach Hause bringt, ein Fotokünstler hingegen in einer Woche vielleicht gerade mal ein Bild fertig kriegt. Ich finde dieses Kapitel nicht nur für Fotografen sondern auch für Kunstinteressierte interessant, da man hier nachlesen kann, welche Arbeit und welche Gedanken in einem guten Foto stecken.

Die weiteren Kapitel befassen sich dann mit dem Bildkomposition und der Bildbeurteilung. Auch hier erzählt der Autor wieder viel von seinen eigenen Erfahrungen, wie zum Beispiel ein zunächst als wertlos beurteiltes Bild auf einmal doch noch zum Renner wurde, nachdem er es ganz anders betrachtet hat. In diesem Fachbuch merkt man deutlich, dass es ein Profi geschrieben hat, der sein Werk beherrscht. Man kann sehr viel lernen, und alleine das Betrachten der zahlreichen Fotos macht schon viel Freude und verleiht einem Inspiration.

Das Buch hat ungefähr 200 Seiten, die man aber eher durcharbeiten als durchlesen muss. Man sollte sich für die Übungen viel Zeit nehmen, um auch wirklich was zu erlernen. Ich empfand zum Beispiel die Übung des Skizzieren Lernens absolut erstklassig. Anhand von einigen Beispielen zeigt der Autor, wie man eine Szenerie mit 5-8 Strichen charakteristisch auf Papier festhält. Man muss ganz schön üben, um das selbst hinzukriegen, aber es funktioniert tatsächlich.

Björn K. Langlotz: Digitale Fotopraxis Makrofotografie

inklusive Nachbearbeitung in Photoshop®

empfehlenswert

Während sich die meisten Hobby-Fotografen unter Landschaftsfotografie, Portraitfotografie oder Aktfotografie ganz konkrete Aufnahmeszenarien vorstellen und mit entsprechenden Kameraeinstellungen sowie Kameraausrüstung verbinden können, ist für viele Amateure das Thema Makrofotografie ein unberührtes Teilgebiet der Fotografie, oder vielfach auch ein unverständliches Spezialgebiet, das man nicht als solches zu schätzen weiß. Schließlich geht man doch einfach nur näher ans Objekt heran oder stellt einen stärkeren Zoom-Faktor ein, oder?

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Dass die Makrofotografie kein einfaches Teilgebiet der Fotografie ist, bei dem man nur näher ans Objekt heranrückt oder stärker zoomt, zeigt der Fotograf Björn Langlotz in seinem über 300 Seiten dicken Buch Digitale Fotopraxis Makrofotografie. Der Autor verwendet alleine 30 Seiten seines Buches, um auf die notwendige Ausrüstung für die Erstellung von Makroaufnahmen einzugehen. Dabei beschreibt er einfache Mittel wie Nahlinsen oder Vorsatzachromate, mit denen auch ein im Budget begrenzter Fotograf Makroaufnahmen machen kann. Aber er beschreibt auch teure Tools wie Balgengeräte oder Spezialstative, die Profis bei Naturaufnahmen einsetzen. Wer kein Mega-Budget zum Kauf hochwertiger Ausrüstung zur Verfügung hat freut sich über ausführliche Workshops, die zum Beispiel beschreiben, wie man einen Reflektor oder Blitzreflektor selber baut.

Nach der Vorstellung spezieller Ausrüstung wird die eigentliche Makrofotografie in Hauptkapiteln Fotografische Techniken, Bildgestaltung und Nachbearbeitung behandelt. Der Leser erfährt viele Tipps, wie man bestimmte Effekte erzielt, von der Kameraeinstellung bis zur Positionierung. Aber man lernt nicht nur die Praxis sondern auch die dahinter stehende Theorie. So gibt es zum Beispiel ausführliche Erläuterungen der theoretischen Hintergründe zu Schärfentiefe, Vergrößerungsfaktor oder Brennweite. Dabei versteht es der Autor sehr gut, so viel Theorie wie nötig, aber so wenige Details wie möglich zu beschreiben.

Das Highlight des Buches bildet das mit über 100 Seiten längste Kapitel Kleine Motive im Fokus. Hier geht es ran an die Praxis. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt der Fotograf Björn Langlotz, wie man Blumen, Pflanzen, winzige Insekten oder Käfer fotografiert. Alleine schon das Betrachten der Fotos macht dem Leser große Freude, und anhand der Bildbeschreibungen kann man vieles lernen. Sowohl in diesem Praxis orientierten Kapitel als auch in den übrigen Kapiteln des Fachbuches wird immer wieder auf die Bearbeitung der Makroaufnahmen in Photoshop® eingegangen. Dabei werden einfache Probleme wie Schärfen aber auch komplexe Vorgänge wie selektives Aufhellen von Teilmotiven behandelt.

Fazit: Wer sich als Fotograf intensiv mit dem Thema Makrofotografie beschäftigen möchte, dem sei dieses Fachbuch empfohlen. Aber auch wer sich vorab mal informieren möchte, was alles an Ausrüstung und Vorbereitungen notwendig ist, um gute Makroaufnahmen zu machen, findet mit diesem Fachbuch einen perfekten Ratgeber.

Digitale Fotopraxis: Rezepte für bessere Fotos

von Jacqueline Esen, Galileo Design

empfehlenswert

Wenn ein Fachbuch den Untertitel Rezepte für bessere Fotos enhält, macht mich das neugierig. Eigentlich ist Fotografieren ja in gewissem Sinn eine künstlerische Tätigkeit, die man nicht nach Rezept durchführen oder erlernen kann. Also, wenn ein Buch Rezepte für bessere Fotos beinhaltet, dann sollten auch bessere Fotos herauskommen, wenn man sich ans Rezept hält.

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Aber der Reihe nach. Im Rahmen der Serie Digitale Fotopraxis ist im Galileo Design Verlag dieses Fachbuch veröffentlicht worden. Geschrieben wurde es von der Fotografien Jacqueline Esen, die ihr Handwerk bestens versteht. Das Buch hat knapp 400 Seiten und ist voll gespickt mit Fotoaufnahmen, d.h. es ist weniger ein Textbuch als viel mehr ein Praxisbuch mit Bildern und Illustrationen.

Beim ersten Blick in das Buch war mir sofort klar, dass dies kein Buch ist, das man von vorne nach hinten durchliest bzw. durcharbeitet, sondern man startet immer zuerst mit dem Inhaltsverzeichnis und sucht sich ein Kapitel heraus, das einen interessiert. Zum sequenziellen Durcharbeiten des Buches müsste man viel hin- und herspringen, vom Tag in die Nacht, vom Bach an den Wasserfall und vom Berggipfel ins Wasser. Also sucht man sich einzelne Themen heraus, die man gerne vertiefen oder selbst nachvollziehen möchte.

Bevor die Autorin praktische Rezepte fürs Fotografieren vorstellt geht sie auf die Grundlagen der Fotografie ein. Denn Voraussetzung für gute Bilder ist natürlich, dass man die Kamera technisch und praktisch beherrscht. So wird fotografisches Grundwissen auf einfache Weise präsentiert, z.B. den Umgang mit der Schärfentiefe, die Einstellung der richtigen Belichtung oder das Arbeiten mit dem Autofokus der Kamera.

Die eigentlichen Rezepte sind in große Kapitel gegliedert, aber wie schon geschrieben, sucht man sich ein Thema heraus, das einen interessiert, liest den zugehörigen Text, studiert die entsprechenden Foto-Aufnahmen und geht dann selbst an die Praxis. Wer zum Beispiel kleine Kinder fotografieren möchte, findet im Hauptkapitel Menschen vor der Kamera einen Abschnitt namens Kinder als Motiv. Dort bekommt man Tipps, mit welchen Kamera-Einstellungen am besten fotografiert, wie man sich selbst am besten positioniert, wie man Kinder animiert oder unbemerkt beobachtet u.s.w. Die zahlreichen Fotoaufnahmen helfen einem stark, das Gelernte zu verstehen und nachzuvollziehen. Das Studium eines solchen Kapitels dauert eine halbe bis eine volle Stunde; dann muss man selbst ran an die Praxis und experimentieren.

So ganz nach Rezept, im Sinne von erstens, zweitens, drittens u.s.w., funktioniert das Fotografieren natürlich nicht. Vielmehr als ein Rezept lernt man die Grundlagen und wichtigen Punkte für ein gewisses Szenario. Spannend finde ich in diesem Buch übrigens nicht nur alltägliche Fotografieszenen wie das Knipsen von Kindern, Bergen oder Seen, sondern auch etwas exotische Spielereien mit der Kamera, z.B. das Langzeitbelichten einer Bewegung mit Wunderkerzen oder das Arbeiten mit Graufiltern, um vorbeiziehende Touristen vor einem Denkmal auszublenden. nach solchen Szenarien schlägt man sicher nicht gezielt nach, die liest man aus Neugierde und macht seine Experimente in einer ruhigen Stunde. Somit ist dieses Buch nicht nur ein praktischer Helfer für das Fotografieren in alltäglichen Situationen sondern es inspiriert auch zum Experimentieren, zum Dazulernen und zum Staunen, was mit einer Kamera alles möglich ist.

Digitale Fotografie - Vom Einsteiger zum Profi

von Chris George, mitp-Verlag

empfehlenswert

Wer sich ein Fachbuch mit dem Titel "Digitale Fotografie - Vom Einsteiger zum Profi" kauft, erwartet ein typisches Lehrbuch, wo fotografische Grundlagen für dein Einsteiger erklärt werden, so dass sich diese nach Lektüre des Buches getrost als Fortgeschrittener wenn nicht sogar Semi-Professional bezeichnen kann. Dieses Fachbuch hat jedoch einen ganz anderen Aufbau, es erinnert fast schon an ein Lexikon und nicht so sehr an ein Lehrbuch.

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Der Autor Chris George gliedert sein Fachbuch in drei wesentliche Teile: Aufnahme, Bildbearbeitung und Drucken/Archivieren. Während der erste Teil fast 200 Seiten verschlingt, umfassen die anderen beiden Teile jeweils knappe Hundert Seiten; der Schwerpunkt des Buches liegt also wie versprochen in der Digitalfotografie und weniger in der Nachbearbeitung. Wer das Inhaltsverzeichnis des Buches aufschlägt findet zahlreiche Unterkapitel schön auf einer Doppelseite gegliedert. Man hat sofort im Blick, welche Themen in diesem Buch behandelt werden und auf welcher Seite man sie findet.

Wer einen ersten Blick in dieses Fachbuch wirft erkennt sofort, dass sich ein ganz bestimmtes Seitenlayout über das ganze Buch hindurch zieht. Auf jeweils einer Doppelseite wird ein einziges Thema behandelt. Zu jedem Thema gibt es einen erläuternden Text sowie Bilder, Tabellen und Grafiken zur Erläuterung. Jedes Bild, jede Tabelle und jede Grafik wird ausführlich beschriftet. Hat man dieses Schema einmal verinnerlicht, dann geht man mit diesem Buch nicht wie mit einem klassischen Lehrbuch um, indem man es von vorne bis hinten durcharbeitet; vielmehr orientiert man sich wie in einem Nachschlagewerk anhand des Inhaltsverzeichnisses, über welches Thema man nähere Informationen lesen möchte. Die entsprechende Doppelseite zum Thema liest man dann in Ruhe durch und springt dann zum nächsten Thema.

So macht es viel Spaß, in diesem Fachbuch nach neuem Wissen zu stöbern, denn man hängt nie Stunden lang an einem Kapitel fest, sondern man nimmt sich immer wieder eine Doppelseite vor, die man sorgfältigt durcharbeitet. Natürlich sind auch mehrere Doppelseiten zu Unterkapiteln zusammengefasst, so zum Beispiel 14 Seiten mit 7 Themen zur Verschlusszeit oder 12 Doppelseiten mit 6 Themen zur Brennweite.

Dieses Fachbuch lebt jedoch nicht nur durch seinen übersichtlichen Aufbau und die gut gelungene Gliederung, auch die einzelnen Inhalte sind sehr gut erklärt und visualisiert, so dass der Einsteiger wirklich folgen kann, und das ist schließlich der Anspruch des Buches, nämlich dass Einsteiger zum Profi werden. Auch die Fotos sind erwähnenswert, weil sie die Theorie sehr gut veranschaulichen und mit zahlreichen Vorher-Nachher-Bildern bzw. Bildern mit verschiedenen Einstellungen das Begreifen der Theorie erleichtern.

Insgesamt gibt es von uns eine klare Kaufempfehlung für dieses Fachbuch; es ist ein gelungenes Werk zum Lernen und zum Nachschlagen.

Jost J. Marchesi: Photokollegium

Ein Selbstlehrgang über die technischen Grundlagen der Fotografie

empfehlenswert

Ein Hobbyfotograf kennt es kaum, jeder Profifotograf kennt es, das Photokollegium von Jost J. Marchesi. Egal ob ein professioneller Fotograf kurz vor der Rente steht oder frisch von der Ausbildung kommt, er kennt das Photokollegium von seiner Ausbildung her. Die 6 Bände sind quasi die Bibel für die theoretische Ausbildung zum Berufsfotografen. Wer in jungen (oder auch älteren) Jahren beschließt, eine Ausbildung zum Fotografen zu machen, der wird in den 3 Jahren Berufsausbildung unter anderem diese 6 Bände durcharbeiten müssen. Das Studium des Photokollegium macht natürlich noch keinen Jugendlichen zum Profifotografen, aber zumindest lernt er die theoretischen Grundkenntnisse dafür; die fotografische Praxis ist ein anderes Kapitel.

Dass das 6-bändige Photokollegium kein typisches Fachbuch über Fotografie ist merkt man sofort beim Blick auf die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bände: Die Inhalte sind fortlaufend sowohl in Kapitel als auch in Lektionen durchnummeriert. Im ersten Band geht es los mit Grundbegriffen und der Verarbeitung von analogen Filmen; diese Thematik wird im zweiten Band einfach fortgesetzt; die Kapitel bzw. Lektionen werden einfach fortlaufend weiter durchnummeriert, lediglich die Seitenzahlen beginnen von vorne. Mitten drin im zweiten Band beginnt dann ein völlig neues Sachgebiet, nämlich optische Grundlagen der Fotografie. Auch dieses Hauptgebiet endet nicht etwa mit der letzten Seite des zweiten Bandes, sondern wird einfach im dritten Band fortgesetzt. Daraus wird deutlich, dass es sich bei den 6 Bänden des Photokollegiums nicht um 6 einzelne Fachbücher zu speziellen Themen der Fotografie handelt, sondern dass die Bände zusammen gehören und im Prinzip wie ein einziges dickes Buch verwendet werden können. Aber der Autor wollte Tausenden von angehenden Berufsfotografen sicherlich ersparen, tagtäglich ein über 600 Seiten dickes Fachbuch mit in die Berufschule schleppen zu müssen...

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Dass es sich beim Photokollegium um einen Jahrzehnte alten Klassiker handelt merkt man sowohl an den Inhalten als auch an der Aufmachung. Einige Inhalte sind nicht mehr zeitgemäß bzw. dienen dem modernen Fotografen eher als Studium der Fotografiegeschichte. Dennoch muss man dem Autor zu Gute halten, dass die Inhalte von Auflage zu Auflage upgedated werden. Vergleicht man zum Beispiel die zehnte Auflage mit der siebten, dann erkennt man, welche Kapitel der Autor aktualisiert hat. Während Kapitel wie die geometrische Optik oder der Aufbau von Objektiven auch nach Jahrzehnten noch ihre Gültigkeit haben, haben sich Kapitel wie das Digitalisieren von analogen Filmen oder Fotostudioausrüstung im Laufe der Zeit weiterentwickelt.

Man sieht den unterschiedlichen Stand der einzelnen Teilbände auch an der optischen Aufmachung; so manchner Band erinnert noch an ein Uralt-Werk aus vergangenen Zeiten, während manch anderer die Aufmachung eines modernen Fachbuches hat. Entsprechendes gilt auch für so manches Beispielbild: So manche Aufnahme von Küchenutensilien oder technischen Geräten scheinen uralt zu sein, sagen aber dennoch mehr als Tausend Worte.

Wie sind die Inhalte des 6-bändigen Photokollegiums? Die Inhalte sind im Prinzip identisch zum 3-bändigen Handbuch der Fotografie von Jost J. Marchesi. Die meisten Fotos und Abbildungen sind in beiden Werken zu finden. Während das Handbuch der Fotografie jedoch ein echtes Fachbuch ist, handelt es sich beim Photokollegium eben um Lehrmaterial zum Selbststudium oder für die Berufsschule. Und das merkt man auch an den Inhaltstexten: Jost J. Marchesi schreibt in sehr einfachen, verständlichen Worten, so dass auch ein 16-jähriger Berufsschüler die Inhalte verstehen kann. Während im Handbuch der Fotografie viele Sachverhalte neutral und sachlich erklärt werden, geht der Autor im Photokollegium einen Schritt nach unten und erklärt noch ausführlicher und prägnanter. Auch werden dem Leser im Photokollegium Aufgaben gestellt, sei es in Form einfacher Fragen oder in Form von Grafiken, die vervollständigt werden müssen - ein echtes Lehrbuch eben. Im Handbuch der Fotografie findet man zum Teil dieselben Themen, allerdings gleich als Lösung beschrieben. Das macht eben den Unterschied zwischen einem Handbuch und einem Lehrbuch.

Insgesamt kann ich festhalten, dass mir kein anderes Buch bekannt ist, das fotografische Grundlagen so ausführlich und einfach erläutert wie das Photokollegium. Wer sich wirklich elementares Fotografiewissen aneigenen möchte und die Grundlagen nicht nur lesen sonern auch verstehen bzw. lernen möchte, für den ist das Photokollegium das ideale Lehrmaterial. Damit lernen eben auch Fotografen. Und nicht zuletzt deswegen haben es Jost J. Marchesi bzw. der Verlag Photographie geschafft, mit einer Gesamtauflage von mehreren Hunderttausend Stück jedes weitere Fachbuch über Fotografie weit abzuhängen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das klassische Photokollegium auch in den nächsten Jahren/Jahrzehnten regelmäßig upgedated wird und alte Inhalte, Grafiken und Bilder mit der Zeit aktualisiert werden. Denn auch wenn so mancher moderne Fotograf sich lieber die Inhalte des Photokollegium digital zu Gemüte führt, das klassische Photokollegium wird weiterhin das Standardwerk zu elementaren fotografischen Grundlagen bleiben. Auch wenn Inhalte wie Filmaufbau und Filmentwicklung im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung verlieren, so sind Inhalte wie optische Grundlagen, Aufbau von Objektiven oder Fotografiertechniken zeitlos.

Die 6 Bände des Photokollegiums sind einzeln erhältlich, ich empfehle aber jedem Interessenten gleich das Komplettwerk zu erwerben, zumal es die sechs Photokollegium Bände zusammen im Schuber zum günstigeren Komplettpreis gibt (man erhält das Komplettwerk zum Preis von ungefähr 4 Einzelbänden.).

Jost J. Marchesi: Photokollegium digital

Ein Lehrgang über Theorie und Grundlagen sowie Bildbearbeitung, Farbseparation und Farbmanagement in der digitalen Fotografie

empfehlenswert

Das 6-bändige Photokollegium von Jost J. Marchesi war Jahre bzw. Jahrzehnte lang DAS Werk zum Erlernen der Grundkenntnisse der Fotografie, sei es im Selbststudium oder als angehender Fotograf in der Berufsschule. Seit dem Jahr 2007 hat es mit dem dreibändigen Photokollegium digital Konkurrenz bekommen. Vielleicht sollte ich besser sagen, das sechs-bändige Photokollegium wurde um das dreibändige Photokollegium digital erweitert, denn das Photokollegium digital beinhaltet einfach die im Zuge der Digitalfotografie neu hinzu gekommenen Themen wie digitale Komponenten, Bildbearbeitung oder Farbmanagement.

Das 3-bändige Photokollegium digital soll auch gar nicht das alt bewährte 6-bändige Photokollegium ersetzen, wenngleich einige "alte" Inhalte wie der Aufbau von Farbfilmen oder die Entwicklung von Filmen im Labor immer unbedeutender werden. Dennoch bleiben viele "alte" Inhalte wie die geometrische Optik, die Abbildung von Lichtstrahlen an Linsen und Objektiven oder das Fotografieren im Fotostudio ewig aktuell, auch wenn man nur noch digital fotografiert und arbeitet.

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Das neue Photokollegium digital ist ähnlich aufgebaut wie das altbewährte Photokollegium. Die 3 Bände gliedern Inhalte aus den Bereichen Theorie und Grundlagen der Digitalfotografie, Aufnahme und Bildbearbeitung sowie Farbseparation und Colormanagement in insgesamt 14 große Kapitel, die wiederum in 56 Lektionen unterteilt sind. Bei der Unterteilung in Lektionen werden viele Leser an alte Schulzeiten erinnert. Ja, das Photokollegium digital ist kein Fachbuch im üblichen Sinne, es ist ein Lehrbuch zum Selbststudium oder für Fotografen in der Berufsausbildung. Die einzelnen Lektionen sind kurz, so dass man sich als typische Tagesration die Lektüre bzw. das Studium einer solchen vornehmen kann.

Beim neuen Photokollegium digital merkt man, dass Grafiker und Layouter zu modernsten Mitteln griffen, um ein perfekt aufgebautes und gestaltetes Lehrbuch zu entwerfen. Jede Seite der 3 Bände ist voll gespickt mit Grafiken, Illustrationen und Fotos von hoher Qualität. Dass der Autor Jost J. Marchesi gut verständliche Texte schreibt, die auch ein Laie sehr gut verstehen kann, dafür ist er seit Jahrzehnten in der Fachwelt bekannt. Ihm gelingt es wie kaum einem anderen, schwierige Inhalte so wiederzugeben, dass man sie als Nicht-Fachmann verstehen und nachvollziehen kann. Und dennoch darf man nicht verhehlen, dass einige Inhalte speziell aus dem Fachgebiet Farbmanagement so komplex sind, dass man eine Menge Gehirnschmalz aufwenden muss, um sie sich zu verinnerlichen. Wo komplexe mathematische Modelle verwendet werden muss man sich einfach durchbeißen bzw. sich die benötigten Teil-Informationen herauspicken, wenn man nicht gerade Mathematik studiert hat.

Jost J. Marchesi wendet sich in seinem digitalen Photokollegium sowohl an Berufseinsteiger als auch an Fortgeschrittene. Im ersten Band beschäftigen sich 2 Hauptkapitel mit Elementarkenntnissen von Computern und der Datenspeicherung. So mancher 15-Jährige oder 85-Jährige bedient einen Computer so selbstverständlich wie seine Armbanduhr, aber was wirklich im Innern eines Computers vorgeht, wie Daten verwaltet und gespeichert werden, das sind Kenntnisse, die oft nur Computerexperten oder Leute jüngeren Alters vom Informatik-Unterricht an der Schule oder Uni her kennen. Und so mancher Digitalfotograf hat schon unzählige Bilder in Photoshop® bearbeitet, ohne jedoch zu wissen, was bei einer Unscharfmaskierung oder einer Tonwertkorrektur genau passiert. Im zweiten und dritten Band des Photokollegiums digital lernt man genau solche Dinge.

Im Vergleich zu seinem älteren Bruder Photokollegium ist das Photokollegium digital noch sehr jung. Es glänzt durch eine perfekte Aufmachung, hervorragende Grafiken, Illustrationen, Produktabbildungen und Fotos und durch leicht verständlich geschriebene Inhaltstexte. Damit hat es die Voraussetzung, zu DEM Grundlagenwerk in den Bereichen Digitalfotografie, Bildbearbeitung und Farbmanagement zu werden, wie es das Photokollegium seit Jahrzehnten als Grundlagenwerk im Bereich der analogen Fotografie und den fotografischen Grundlagen war.

Die 3 Bände des Photokollegium digital sind einzeln erhältlich; da die Inhalte jedoch aufeinander aufbauen und es keine klaren Schnitte zwischen den einzelnen Bänden gibt, empfehle ich zum Komplettkauf der 3er-Serie. Ein solches Werk gehört einfach ins Bücherregal eines modernen Fotografen und Bildbearbeiters, der sich für Grundlagen und Hintergründe interessiert.

Oliver Gietl: Fotografieren im Studio

Technik und Licht perfekt beherrschen

empfehlenswert

Zur Berufsausbildung eines Fotografen gehört selbstverständlich das Erlernen vom Fotografieren im Fotostudio. Wer seine Fotografen-Ausbildung bei einem guten Fotografen-Meister macht, lernt Schritt für Schritt die Studioausrüstung sowie den Umgang mit dieser und den zu fotografierenden Personen kennen, zuerst als Studio-Assistent, dann unter Aufsicht des Meisters und schließlich als alleiniger Fotograf. Der Aufbei eines eigenen Fotostudios nach der Ausbildung erfolgt dann gemäß dem Gelernten und eigenen Vorlieben bzw. Ausstattungswünschen.

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Wer sich jedoch als semiprofessioneller Fotograf oder als Hobbyfotograf ein Fotostudio einrichten und dort fotografieren möchte, der benötigt viele Ratschläge, angefangen beim Kauf der Ausrüstung über die Installation dieser bis hin zu fachkundigen Hinweisen zum eigentlichen Fotografieren. Wer keine dreijährige Ausbildung als Fotograf gemacht hat und somit nicht auf in der Ausbildung Gelerntes zurückgreifen kann, der findet die wesentlichen Informationen in Oliver Gietls Fachbuch Fotografieren im Studio.

Das ca. 230 Seiten dicke Fachbuch erklärt in 5 Hauptkapiteln, wie man sich ein Studio einrichtet, was beim Arbeiten im Fotostudio wichtig ist, wie man im Studio praktisch arbeitet und welche Bildbearbeitungsschritte nach einem Foto-Shooting am PC notwendig sind. Der Neuling, der sich ein eigenes Fotostudio einrichten möchte, wird die ersten 40 Seiten sehr sorgfältig lesen, denn der Buchautor beschreibt das notwendige Equipment ausführlich und zeigt anhand zahlreicher Produktfotos, was es auf dem Markt gibt. Dabei gelingt dem Autor sehr gut die Differenzierung der vorhandenen Budgets: Es werden sowohl professionelle, komfortable und teure Lösungen beschrieben als auch Anleitungen zum selbst Basteln von Equipment wie Diffusoren oder Hintergründen gegeben. Damit fühlt sich sowohl der Hobby-Fotograf, der in seinem Hobbykeller ein kleines Fotostudio einrichten möchte, als auch der professionelle Fotograf, der ein richtiges Studio für den Dauerbetrieb einrichte möchte, bestens mit Informationen versorgt.

Während sich das zweite Hauptkapitel des Buches mit grundsätzlichen Infos zum Arbeiten im Fotostudio beschäftigt (dazu gehören auch rechtliche Informationen oder Tipps zum Umgang mit Models) behandeln die folgenden beiden Hauptkapitel das eigentlche Fotografieren im Studio. Die entsprechenden Kapitel heißen treffenderweise Foto-Praxis. In diesen Kapiteln wird genau behandelt, wie Lichtquellen aufgestellt und eingesetzt werden, wie spezielle Aufnahmeffekte erzielt werden oder mit welchen Schritten man zu seinem gewünschten Bild kommt.

In mehreren Workshops behandelt der Autor spezielle Themen wie zum Beispiel das Erstellen von einfachen Portraits, Bikini-Aufnahmen oder High-Key Bildern. Was ich beim Durcharbeiten dieser Workshops sehr geschätzt habe sind die zahlreichen Bildvariationen, anhand derer der Autor unterschiedliche Lichteinstellungen erklärt oder mit denen der Autor auf mögliche Fehler hinweist. Dadurch kann man unterschiedliche Kamera- oder Lichteinstellungen direkt beurteilen ohne ein Bild selbst gemacht zu haben. Auf diese Weise wird die Theorie viel leichter verständlich. Das Fachbuch Fotografieren im Studio ist jedoch nicht nur als Lektüre gedacht, der Autor fordert den Leser immer wieder auch zum Nachdenken und Analysieren von Bildern auf. Somit ist es auch ein Lehrbuch zum Selbststudium. Ergänzt wird das Lehrbuch durch eine Stunde Video-Lektionen, die man auf der beiliegenden DVD starten kann.

Insgesamt gibt es für dieses Fachbuch eine ganz klare Kaufempfehlung für Fotografen, die sich ein eigenes Fotostudio einrichten möchten, und für solche, die ihre Fotografiertechnik im Studio verbessern und verfeinern möchten.

Digitale Fotopraxis Menschen & Portrait

Menschen gekonnt in Szene setzen

empfehlenswert

Vom Galileo Design Verlag gibt es eine ganze Reihe von Büchern aus der Serie Digitale Fotopraxis. Wer all diese Fachbücher durcharbeitet, sich den Inhalt verinnerlicht und in die Praxis umsetzen kann, darf sich wohl als Meister der Fotografie bezeichnen. Doch nicht jedes Thema ist leicht zu erlernen und in der Praxis anzuwenden. Während sich ein ambitionierter Hobbyfotograf leicht tut, eine sehr gute Landschaftsaufnahme zu machen, ist die Aufnahme einer sehr guten, markanten Portrait-Aufnahme um einiges schwieriger, vor allem wenn es keine Person im Bekanntenkreis sondern ein Model sein soll.

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Wer sich die ersten 20 Seiten von Digitale Fotopraxis Menschen&Porträt von Cora Banek und Georg Banek durchliest erkennt schnell, dass dieses Buch den fortgeschrittenen Fotografen addressiert, der gar Ambitionen zum Professional hat. Die Autoren behandeln den Umgang mit Models, wie man sie findet und welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind, also keine Themen für den Hobbyfotografen, der seine Verwandschaft im Urlaub fotografiert oder Aufnahmen bei der Taufe oder Kommunion der Kinder macht.

In diesem Fachbuch geht es also wirklich darum, wie man professionelle Personenaufnahmen macht und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind. So werden Fragen behandelt, welche Rolle verschiedene Frisuren, Kleidung, Schmuck oder auch der Bildhintergrund spielen. Aber es werden auch Fachthemen behandelt wie der Einsatz von Blitzlicht, die richtige Belichtung, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, Linienführung oder ganz einfach das geeignete Bildformat. Auch auf technische Möglichkeiten und Ausrüstung sowohl im Studio als auch Outdoor wird eingegangen. Und schließlich widmet sich ein ganzer Themenblock von über 50 Seiten der digitalen Nachbearbeitung von Personenaufnahmen.

In einem Themen- und Praxis-Teil werden unterschiedliche Situationen detailliert beschrieben, zum Beispiel die Aufnahme von Kindern, älteren Menschen, Gruppen, Einzelpersonen oder auch Szenen im Sport, beim Tanz und natürlich Erotik. Alle Situationen werden - wie überhaupt das ganze Buch - mit zahlreichen Fotos und Beispielen veranschaulicht; es gibt praktisch keine Seite in dem Buch ohne Fotos. Dies muss auch so sein, denn Personenaufnahmen kann man nicht alleine mit Text beschreiben, man muss das Bild einfach sehen. So macht es alleine schon Spaß, das Buch einfach durchzublättern, die zahlreichen Fotos näher zu betrachten und die Kurztexte und Kameraeinstellungen dazu zu studieren.

Wer wirklich tiefer in die Personenfotografie einsteigen möchte, findet in diesem Fachbuch ein sehr gutes Lehrbuch, das man nicht in kurzer Zeit durcharbeitet, sondern Kapitel für Kapitel bzw. sich immer ein entsprechendes Kapitel vor einem Shooting durchliest. Das Buch richtet sich in der Tat an fortgeschrittene Fotografen, die den Umgang mit der Kamera schon beherrschen und sich auf die speziellen Situationen vorbereiten bzw. diese erlernen möchten. Dieses empfehlenswerte Buch gibt es inzwischen schon in der dritten überarbeiteten Auflage.

Babys und Kinder fotografieren

Tipps und Tricks für bezaubernde Fotos

empfehlenswert

Das Fotografieren von Babys und Kindern gehört zu den alltäglichsten Tätigkeiten eines jeden Fotografen, egal ob es sich um einen glücklichen Familienvater handelt, der die Entwicklung seiner Sprösslinge in Bildern festhalten möchte, oder ob ein professioneller Fotograf im Fotostudio bzw. auswärts fotografiert. Fotos von Babys und Kindern gehören zu den wichtigsten Erinnerungen im Leben; wer diese Erinnerungen etwas mehr als in einfachen Schnappschüssen festhalten möchte, dem sei das Buch von Jens Brüggemann und Leonie Ebbert empfohlen.

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Die beiden Autoren haben in einem knapp 200-seitigen Buch alles Wesentliche festgehalten, was zur Babyfotografie und Kinderfotografie gehört. Dabei sprechen sie sowohl den blutigen Amateur an, der einfach bessere Fotos machen möchte, als auch den ausgebildeten Fotografen, der entsprechende Dienstleistungen in einem eigenen Fotostudio anbieten möchte. So geht es im ersten Kapitel rund ums Thema Ausrüstung. Dem Amateur wird erläutert, welche Kameras und Objektive welche Vor- und Nachteile haben; dem Profi wird das nötige Equipment für ein Fotostudio und für Außenaufnahmen vorgestellt.

Das zweite Kapitel namens "Bildideen" gefällt mir persönlich am besten in diesem Buch: Hier kann man sich einfach von den zahlreichen hervorragenden Fotos inspirieren lassen; alleine schon beim Durchblättern dieses Kapitels merkt man sich das eine oder andere Bild, das man doch ganz einfach mal selbst machen könnte. Die beiden Autoren spielen auf knapp 40 Seiten ein Kindesleben durch, angefangen vom Babybauch über die ersten Tage bis zur Taufe oder dem ersten Schultag. Einzelne Szenen werden anhand von Bildern beschrieben, und Grafiken erläutern die entsprechende Lichtsituation. In Kapitel 3 "Kinder in- und outdoor fotografieren" folgt quasi die Fortsetzung für ältere Kinder. Hier lernt man, wie man sich ein Mini-Studio zu Hause einrichtet oder wie man bei Sportveranstaltungen der Kleinen oder einfach draußen gute Fotos macht.

Aber was nützen einem die besten Szenarien und Ideen, wenn die Babys oder Kinder nicht mitmachen? Es ist oftmals die größte Kunst, Kinder zum Lächeln zu bringen oder wenigstens einen Blick in die Kamera zu ergattern. Im Kapitel 4 geben die beiden Fotografen zahlreiche Tipps, wie man Kinder überhaupt zum Fotoshooting motiviert. Abschließend gibt es in Kapitel 5 noch zahlreiche Tipps, wie man die Aufnahmen im Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet. Hier lernt man einfache Vorgehensweisen von der Kontrastoptimierung bis zur Helligkeitsanpassung, aber auch komplizierte Retusche-Techniken wie dem Wegretouchieren von störenden Objekten oder Flecken im Gesicht.

Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, und zwar hauptsächlich Fotoamateuren, die etwas bessere Fotos von ihren Babys und Kindern machen möchten. Das Buch braucht man sich nicht von Seite 1 bis zur letzten Seite Wort für Wort durchlesen; man blättert es vielmehr durch, lässt sich von den zahlreichen Fotos inspirieren und vertieft dann das eine oder andere Szenario anhand der zugehörigen Beschreibung; gleiches gilt für die Bildbearbeitungs- und Retusche-Tipps im letzten Kapitel.

Aktuelle Literatur zum Thema Scannen und Bildbearbeitung

Aktuelle Literatur zum Thema Farbmanagement

Archiv: Rezensionen über Fachbücher, die nicht mehr am Markt erhältlich sind

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